Wenn die ersten Zähnchen kommen

Ungefähr ab dem sechsten Lebensmonat geht es bei den meisten Babys los, und die ersten Zähne bahnen sich ihren Weg aus dem Kiefer an die Oberfläche. Im Regelfall kommen zuerst die beiden mittleren Schneidezähne im Unterkiefer durch das Zahnfleisch. Darauf folgen die oberen Schneidezähne und die seitlichen Zähne. Die Backenzähne zeigen sich erst zwischen dem 12. und 16. Monat. Mit rund 2,5 Jahren ist das Milchzahngebiss dann meist vollständig.

Die ersten Anzeichen und Symptome

Jedes Baby erlebt das Zahnen anders. Bei den einen zeigen sich die ersten Zähnchen fast unbemerkt, andere reagieren mit deutlichen Beschwerden. Häufige Anzeichen sind ein gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch und starker Speichelfluss. Zahnende Babys haben zudem vermehrt den Drang, den Finger oder Gegenstände in den Mund zu stecken und darauf zu kauen. Auch verstärktes Quengeln und ein unruhiger Schlaf sowie erhöhte Temperatur ohne weitere Erkrankungsanzeichen weisen auf den Zahnungsprozess hin.

Was ist ein Zahnungsausschlag?

Mit Zahnungsausschlag oder Zahndurchbruchsausschlag wird der typische Hautausschlag um den Mund oder auf den Wangen von zahnenden Babys bezeichnet. Denn während des Zahnens wird deutlich mehr Speichel produziert, der über Kinn und Wangen läuft. Babys verreiben diesen Speichel häufig mit den Händen im Gesicht, was zu einer zusätzlichen Reizung führt. Zahnungsausschlag ist meist harmlos und verschwindet, sobald alle Zähne da sind. Bis dahin sollten Eltern versuchen, Kinn und Wangen möglichst trocken zu halten, indem sie den Speichel sanft abtupfen und nicht reiben.

Tipps gegen Zahnungsschmerzen

Leichten Schmerzen kann man mit Hausmitteln wie Beißringen entgegenwirken. Zur Vermeidung von Verletzungen des Zahnfleisches sollten diese auf keinen Fall im Gefrierfach, sondern im Kühlschrank gelagert werden. Kaut Ihr Baby lieber auf weichen Dingen, kann ein gekühlter Waschlappen angenehm sein. Auch eine sanfte Massage des Zahnfleisches mit sauberen Fingern kann helfen.
Isst das Kind wegen der Schmerzen weniger, sollte man das Stillen häufiger anbieten. Körperliche Nähe und Trost können zusätzlich für Ablenkung sorgen und Halt geben.
Dazu ergänzend gibt es auch spezielle Zahngels, die Linderung versprechen, schmerzstillend sind und Entzündungen hemmen können.
Von typischen Hausmitteln, wie Äpfeln, Karotten oder Brotkanten, raten viele Spezialist:innen ab. Diese können beim Kauen abbrechen und bergen dadurch ein Verschluckungs- oder Erstickungsrisiko.
Auch für die positive Wirkung von Bernsteinketten bei Zahnungsbeschwerden gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Zudem bergen sie das Risiko von Strangulation, Erstickung durch lose Perlen und erhöhte Keimbelastung.

Wie pflege ich die ersten Zähne?

Schon beim ersten Zähnchen geht die Zahnpflege los. Um Karies zu vermeiden, sollten Eltern zweimal täglich mit einer weichen Kinderzahnbürste die Zähne putzen. Bereits ab dem ersten Milchzahn wird das Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta empfohlen. Bis zum zweiten Geburtstag genügt dabei eine reiskorngroße Menge Zahnpasta.

Und wann ist ärztlicher Rat angesagt?

Der Vorgang des Zahnens ist ein ganz individueller und geht bei jedem Baby mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einher. Bei einigen Symptomen sollte aber sicherheitshalber eine kinder- oder zahnärztliche Praxis aufgesucht werden.

Für zahnende Babys untypisch sind beispielsweise Hautausschläge am Körper.
Durchfall, Erbrechen oder hohes Fieber werden zwar fälschlicherweise oft dem Zahnen zugeschrieben, gehören aber nicht zu den typischen Zahnungssymptomen. Sollte Ihr Baby länger als einen Tag fiebern, krank und apathisch wirken oder sehr unruhig sein, lohnt es sich also jedenfalls, die Ursache medizinisch abzuklären.

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